Kolping Nachrichten

Corona-Situation lähmt Verbandsarbeit 

Kolping-Vorsitzende tagten erstmals digital

Auch die traditionelle Vorsitzenden- und Präsidestagung jeweils im November fiel den derzeitigen Pandemie-Bestimmungen zum Opfer. Deshalb trafen sich 43 Leitungskräfte aus dem Verband über die diözesane Webex-Meeting-Plattform unter Leitung von Diözesanvorsitzenden Stephan Kroneder zu einer Videokonferenz.

Im Mittelpunkt des Austausches stand die Arbeit der Kolpingsfamilien vor Ort. Vieles, was an Programmpunkten geplant war, konnte nicht durchgeführt werden. Auch mussten vielfach Mitgliederversammlungen in das nächste Jahr verschoben werden. Die Kolpingsfamilie Landau berichtete, dass sie aus rechtlichen Gründen die Präseswahl von Kaplan Peter Kunz per Briefwahl durchgeführt habe. Einige religiöse Angebote wurden von den Kolpingsfamilien im Rahmen von Gottesdienstfeiern durchgeführt. Auch wurden technische Kommunikationsmittel genutzt, um mit den Mitgliedern in Kontakt zu bleiben. Große Sorge bereitet den Vorsitzenden die in vielen Kolpingsfamilien stattfindenden Nikolaus-Aktionen. Klar ist, dass diese nicht wie üblich stattfinden können. Die Kolpingsfamilien arbeiten an verschiedenen Ideen, wie trotzdem der Nikolausbesuch gewährleistet werden kann. Die Kolpingsfamilie Freyung wird ihre Nikolaus-Aktion digital per Videokonferenz durchführen.

Einen großen Raum in der diözesanen Berichterstattung nahm die Arbeit in der Einen Welt ein. Der Beauftragte für internationale Partnerschaften, Gerhard Alfranseder, berichtete über die Situation in den Partnerschaftsländern Uruguay und Malawi und hob insbesondere die schwierige Situation in dem afrikanischen Land hervor. Deshalb wollen wir, so Alfranseder, die Weihnachtsaktion des Diözesanverbandes ganz bewusst auf das Land Malawi lenken, weil dort mit sehr bescheidenen Mitteln eine nachhaltige Hilfe möglich ist. Ebenso informierte das Diözesanvorstandsmitglied über das Lieferkettengesetz und machte deutlich, dass wir uns für ein solches Gesetz einsetzen sollten, um gerechte Löhne und menschliche Arbeitsbedingungen zu erreichen. Wir als Verbraucher haben hier eine besondere Verantwortung, so Alfranseder.

Des Weiteren wurde die Jahresplanung für 2021 vorgestellt und über die Vorbereitung für die Ende Februar anstehende Diözesanversammlung berichtet. Dort soll auch der Wechsel im Amt des Diözesanpräses stattfinden. Diözesanpräses Peter Meister möchte nach 13-jährigem Wirken sein Amt in jüngere Hände legen. Diözesanvorsitzender Kroneder ergänzte dazu, dass man hier in fruchtbaren Gesprächen mit der Diözesanleitung sei.

Ebenso stellte der neue Diözesanvorsitzende seine bisherigen Schwerpunkte vor, die leider durch Corona nur sehr eingeschränkt möglich waren. Gleichzeitig präzisierte er seine Vorhaben zur Umgestaltung des Kolping-Bildungswerkes, das sich künftig noch mehr in der beruflichen Bildung engagieren soll.

Verfasser: HB

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Kolpingsfamilie Landau hat wieder einen Präses 

Kaplan Peter Kunz bei Briefwahl einstimmig ins Amt gewählt

 

Nach dem Weggang von Pfarrvikar, Pater Nelson Parakkadath, war das Amt des Präses der Kolpingsfamilie seit September vakant. Erfreulicherweise erklärte sich der neue Kaplan, Peter Kunz, bereit sich für dieses Amt zur Verfügung zu stellen.

Die Vorgabe in der Vereinssatzung, dass dazu eine Wahl im Rahmen einer Mitgliederversammlung stattzufinden hat, stellte die Vorstandschaft in der momentanen Corona-Situation vor eine große Herausforderung. Nach mehreren Telefonaten mit dem Kolpingdiözesanbüro und unter den Vorstandsmitgliedern, beschloss die Vorstandschaft einstimmig, diese Wahl im Zuge einer Briefwahl durchzuführen.

Am vergangenen Samstag, nach Ablauf des Wahlzeitraumes, traf sich der Wahlausschuss um die Stimmenauszählung vorzunehmen. Bei einer Wahlbeteiligung von 73,2 % wählten die Kolping-mitglieder einstimmig Kaplan Peter Kunz zum neuen Präses der Kolpingsfamilie Landau/Isar e.V.  

Kaplan Kunz, der sich ebenfalls zur Stimmenauszählung einfand, nahm erfreut die Wahl an. Kolpingvorsitzender Martin Wenninger gratulierte ihm im gebührenden Abstand und überreichte ihm für den kommenden Winter einen Kolpingschal und ein Buch über das Leben und Wirken von Adolph Kolping und seiner Nachfolger.

Verfasser: Kolpingsfamilie Landau

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Kolping im Gespräch mit dem neuen Generalvikar 

Verspäteter Antrittsbesuch von Diözesanvorsitzenden Stephan Kroneder

 

Erst jetzt konnte sich der Diözesanvorsitzende Stephan Kroneder (Vilshofen) beim neuen Generalvikar des Bistums, Josef Ederer, vorstellen und ihm die vielfältigen Initiativen und Aufgaben von Kolping und seinen Einrichtungen darlegen. Der Diözesanvorsitzende betonte, dass die Arbeit von Kolping auf drei Säulen fußt. Ein wesentlicher Schwerpunkt ist der Bereich „Familie und Heimat“. Der Bereich Bildung war schon immer im Verband umfassend präsent und soll nach Vorstellungen Kroneders auch ausgebaut werden. Unsere ganze Arbeit steht auf dem Fundament des christlichen Glaubens, wie es unser Verbandsgründer Adolph Kolping auch vorgelebt hat, betonte Kroneder abschließend.

 

Generalvikar Ederer wünschte dem neuen Diözesanvorsitzenden für seine ehrenamtliche Aufgabe viel Erfolg und Gottes Segen. Er betonte, dass er als ehemaliger langjähriger Präses der Kolpingsfamilie Regen die Vielfältigkeit der Verbandsaufgaben und insbesondere um die hohe Kompetenz in der beruflichen Ausbildung, wie es im Berufsbildungszentrum der Kolpingsfamilie Regen praktiziert wird, weiß.

 

An dem Gespräch nahmen auch Diözesanpräses Peter Meister (Marktl), stv. Diözesanvorsitzender Karl-Heinz Barth (Regen) und Diözesan-Geschäftsführer Harald Binder teil. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurden auch personelle Fragen erörtert nachdem Diözesanpräses Meister nach 13-jähriger Tätigkeit zur Diözesanversammlung 2021 aufhören möchte und ebenfalls Geschäftsführer Binder Mitte 2021 seinen Dienst beendet.

Verfasser: HB

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Ernst Hartl neuer Kolping-Chef in Heiligkreuz 

Ingrid Tatz mit diözesaner Ehrennadel geehrt

 

Nach 24 Jahren an der Spitze der Kolpingsfamilie Heiligkreuz war es Zeit für einen Wechsel, so die langjährige Vorsitzende Ingrid Tatz bei der Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie Heiligkreuz, die Corona-gemäß im großen Gruppenraum der Feuerwehr stattfand.

Als ihr Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter, Ernst Hartl, zum neuen Vorsitzenden gewählt. Ingrid Tatz tritt etwas kürzer und wird als stellvertretende Vorsitzende weiterhin aktiv mitmischen.

Diözesanpräses Peter Meister dankte der Kolpingsfamilie Heiligkreuz für ihre umfassende Aktivität und insbesondere auch für ihre Mitarbeit im Diözesanverband, insbesondere durch Diözesanleiter Sebastian Hartl. Eine besondere Überraschung hatte der Diözesanpräses für die scheidende Vorsitzende im Gepäck. Er überreichte ihr im Namen des Diözesanvorstandes die diözesane Ehrennadel in Gold des Kolpingwerkes im Bistum Passau. Er würdigte das umfangreiche Schaffen von Ingrid Tatz für die Kolpingsfamilie und betonte, dass sie es geschafft habe aus einer ehemals gegründeten Kolpingjugend eine richtige Kolpingsfamilie zu machen. Sie ist damit die 22. Trägerin dieser seltenen Auszeichnung in der Diözese Passau. Besonders lobte der Diözesanpräses auch die hervorragende Jugendarbeit, die in der Kolpingsfamilie Heiligkreuz aufgebaut und intensiv ausgebaut wurde. Er dankte dem neuen Vorsitzenden, Ernst Hartl, dass er diese Verantwortung übernommen habe und wünschte der Kolpingsfamilie gutes Gelingen bei all ihrem Tun.

Verfasser: HB

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Petition: Kolping ist mir heilig! 

Das Kolpingwerk Deutschland startet am Dienstag, den 27. Oktober 2020 eine Petition zur
Heiligsprechung Adolph Kolpings. Die gesammelten Unterschriften sollen anlässlich des 30.
Jubiläums der Seligsprechung des Verbandsgründers im kommenden Jahr an Papst Franziskus
übergeben werden. Neben Kolpingschwestern und -brüdern sind weltweit auch alle Menschen, die
sich mit den Ideen und Werten Adolph Kolpings identifizieren können, dazu eingeladen, die Petition
mit einer Unterschrift zu unterstützen.

 

Am 27. Oktober des kommenden Jahres feiert Kolping weltweit das 30. Jubiläum der Seligsprechung
Adolph Kolpings. Dies ist ein großartiges Ereignis und Grund für viele Kolpingschwestern und -brüder
weltweit, für die Heiligsprechung ihres Verbandsgründers zu beten. Das Kolpingwerk Deutschland ist
überzeugt: Das Leben und Wirken Adolph Kolpings hat Strahlkraft – bis in unsere heutige Zeit!

 

Als eine weltweite Gemeinschaft von mehr als 400.000 Mitgliedern in über 60 Ländern will Kolping
deshalb ein Zeichen setzen: Kolping ist mir heilig! Um dies nach außen zu tragen, startet das
Kolpingwerk Deutschland zum diesjährigen Kolping-Weltgebetstag eine Petition zur Heiligsprechung
des Verbandsgründers. Jede Unterschrift, die ab dem 27. Oktober unter www.petition-kolping.com
getätigt werden kann, steht dabei für ein Leben, das Adolph Kolping bereits positiv berührt hat.

 

Die gesammelten Unterschriften aus aller Welt sollen im Rahmen einer Romwallfahrt zum Jubiläum
der Seligsprechung am 27. Oktober 2021 an Papst Franziskus übergeben werden. Die Petition wird
somit ein Jahr lang laufen. In dieser Zeit gilt es, möglichst viele Unterschriften – nicht nur unter
Kolpingschwestern und -brüdern, sondern auch darüber hinaus – zu sammeln.


Das Generalpräsidium des Internationalen Kolpingwerkes befindet sich in einem regelmäßigen Austausch
mit der zuständigen Kongregation im Vatikan, um das Interesse des Verbandes an der
Kanonisierung zu unterstreichen. Für einen positiven Abschluss des Verfahrens bedarf es gemäß der
aktuellen Ordnung für die Heiligsprechung jedoch eines weiteren medizinischen Wunders, das auf die
Fürsprache des seligen Adolph Kolping zurückgeht. Papst Franziskus hatte im Heiligsprechungsverfahren
für Papst Johannes XXXIII. eine Dispens erteilt – damit wurde die Heiligsprechung auch ohne
ein anerkanntes Wunder möglich. Um dies auch bei Adolph Kolping möglich zu machen, müsste
ebenfalls eine entsprechende Dispens vorliegen. Die Petition versteht sich deshalb als eine Bitte an
Papst Franziskus, das segensreiche Wirken des Kolpingwerkes auf der ganzen Welt selbst als
wundersames Zeichen der Heiligkeit Adolph Kolpings zu sehen.

Verfasser: Pressestelle Kolpingwerk Deutschland

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Kolping feiert 170. Geburtstag 

Das Kolpingwerk Deutschland wird am 20. Oktober 170 Jahre alt. Groß gefeiert wird der Tag angesichts der Corona-Pandemie allerdings nicht. Vielmehr nimmt der Verband bereits das nächste große Jubiläum in den Blick.

 

Am 20. Oktober 1850 schlossen sich auf Anregung Adolph Kolpings die drei Gesellenvereine Elberfeld, Köln und Düsseldorf zum „Rheinischen Gesellenbund“ zusammen – es war die Gründung des Verbandes, der 1935 in „Kolpingwerk“ umbenannt wurde und zugleich der Grundstein für dessen überörtliches Wirken als katholischer Sozialverband in Gesellschaft und Kirche. „In diesen 170 Jahren war es immer eine Stärke unseres Verbandes, auf gesellschaftliche und kirchliche Umbrüche zu reagieren. Programmatisch, strukturell und organisatorisch“, betont Ursula Groden-Kranich, die Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland, in einem Video, das am Dienstag auf dem YouTube-Kanal des Kolpingwerkes veröffentlicht wird.

 

Darin verweist sie zugleich auf ein Jubiläum, das im kommenden Jahr gefeiert wird: der 30. Jahrestag der Seligsprechung Adolph Kolpings am 27. Oktober 2021. Unter dem Motto „Auf dem Weg zur Heiligkeit“ lädt KOLPING INTERNATIONAL zu einer Wallfahrt nach Rom ein. „Gemeinsam werden wir dort um die baldige Heiligsprechung Adolph Kolpings beten“, so die Bundesvorsitzende.

 

Bis dahin wird die weltweite Tatkraft und das heutige Wirken des Verbandes in kleineren Beiträgen – auf seinen Social-Media-Kanälen und Homepages anschaulich dargestellt. Es soll deutlich werden, „dass Adolph Kolping auch heute wirkt, durch das Werk, das er geschaffen hat sowie durch das Engagement, das generationsübergreifend und weltweit Tag für Tag erbracht wird“, so Groden-Kranich.

Verfasser: Pressestelle Kolpingwerk Deutschland

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Als es mutig war, bei Kolping zu sein 

Kolpingwerk würdigt historische Leistung

Mehr als 150 Kolpingsfamilien in Ostdeutschland haben leidvoll in den Zeiten von Nationalsozialismus und der darauffolgenden sozialistischen Diktatur gravierende Einschränkungen in ihrer Arbeit und in ihrem Aktionsradius erfahren müssen. Es gehörte Mut dazu, sich in der DDR aktiv zu Kolping zu bekennen. Mit großer Freude und Dankbarkeit schaut das Kolpingwerk Deutschland deshalb auf die historische Leistung der Wiedervereinigung vor 30 Jahren zurück. Mit dem Erinnern an eine Sternstunde deutscher Geschichte geht der Appell des Bundesvorstandes einher, dass Demokratie, Freiheit und Freizügigkeit nicht als selbstverständlich und für immer gegeben angesehen werden dürfen.
Den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung nimmt das Kolpingwerk zum Anlass, die Ereignisse von damals in Erinnerung zu rufen, gerade im Kontext aktueller Radikalisierungstendenzen in Gesellschaft und Politik.
Gerade in einer Demokratie muss das Wissen um die Geschichte lebendig gehalten werden. Aus der Geschichte sind entsprechende Schlüsse zu ziehen. Die DDR-Geschichte zu kennen, ist Voraussetzung für die Sicherung der Demokratie, die mittlerweile von verschiedenen Kräften wieder zum Feindbild erklärt wird.
So groß der Mut und die Kraft der damaligen Oppositionellen und der Bürgerbewegung gegen das SED-Unrechtsregime waren, so überzeugt und aktiv muss heute die Demokratie gegenüber ihren Gegnern gestärkt werden. Der Erfolg der Bürgerbewegung gegen die DDR-Diktatur mahnt uns, sensibel zu bleiben gegen jede Form von Populismus, Radikalisierungstendenzen, Verschwörungsfanatikern und politischen Extremisten – gleich ob von rechts und links. Eine nachlässige Einstellung gegenüber den Gefährdern der Demokratie wäre eine Verhöhnung der Bürgerinnen und Bürger, die im Herbst 1989 in einem beispiellosen und mutigen kollektiven Willensakt das menschenverachtende SED-System beendet haben.

Verfasser: Pressestelle Kolpingwerk Deutschland

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Zeit, die gut tut 

Familienurlaub bei Kolping

 

Die Familie steht im Mittelpunkt des Programms des Kolpingwerkes. Deshalb unterhält es bundesweit sieben anerkannte und gemeinnützige Familien-Ferienstätten, die von ihrer Konzeption auf die Bedürfnisse von Familien ausgelegt sind. Die familien- und kindergerechte Atmosphäre wird insbesondere durch die Zimmerausstattung in Form von Apartments, sowie dem großzügigen Außengelände mit vielseitigen Spiel- und Sportmöglichkeiten deutlich. Zu Ferienzeiten gibt es auch eine kostenlose Kinder- und Jugendanimation. Wer sich für einen Urlaub bei Kolping interessiert, kann jetzt den neuen Urlaubs-Katalog 2021 bei Kolping im Bistum Passau, Domplatz 3, 94032 Passau, Telefon: (0851) 393-7361 oder Mail: kolping@bistum-passau.de anfordern oder sich unter www.kolping-familienurlaub.de informieren.

Verfasser: HB

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Internationale Verantwortung wahrnehmen 

Kolpingwerk fordert wirksames Lieferkettengesetz

 

Das Kolpingwerk Deutschland ist Teil der „Initiative Lieferkettengesetz“, eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses von zahlreichen Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Gewerkschaften und kirchlichen Akteuren. Das Bündnis fordert von der Bundesregierung ein wirksames Lieferkettengesetz. Bisher setzte die Bundesregierung mit dem Nationalen Aktionsplan für Menschenrechte auf freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen hinsichtlich menschenrechtlicher und ökologischer Standards in ihren globalen Lieferketten. Die Überprüfung zeigte jedoch deutlich, dass Unternehmen ihrer Verantwortung nicht ausreichend freiwillig nachkommen.

So begrüßt der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland die Ankündigung der Bundesminister Gerd Müller und Hubertus Heil, einen Entwurf für ein Lieferkettengesetz vorzulegen. Die im Juni 2020 bekannt gewordenen Eckpunkte für das Gesetz der beiden Bundesministerien bilden eine wichtige Grundlage für den anstehenden Gesetzgebungsprozess.

Damit ein Lieferkettengesetz wirkt, muss es eine zivilrechtliche Haftung ermöglichen, wenn ein Schaden eingetreten ist, und es muss Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen im Ausland die Möglichkeit geben, von Unternehmen vor deutschen Gerichten Schadenersatz einzuklagen, wenn sie keine angemessenen Sorgfaltsmaßnahmen ergriffen haben.

Insbesondere in der global agierenden Textilindustrie ist ein Lieferkettengesetz längst überfällig. In diesem Segment profitieren Unternehmen aus dem globalen Norden von der Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter im globalen Süden. Verantwortung für die miserablen Arbeits- und Sicherheitsbedingungen wollen die Betriebe jedoch nicht übernehmen. Der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland fordert ein Gesetz, das nicht nur für die großen Unternehmen gilt. Es muss mindestens für alle Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden gelten und in Sektoren mit großen Menschenrechtsrisiken noch kleinere Unternehmen ins Auge fassen – wie in der Textilbranche, der Auto- oder Chemieindustrie.

Das Kolpingwerk begrüßt auch die Initiative der Bundesregierung, sich im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft für einen EU-Aktionsplan zur Stärkung der Unternehmensverantwortung in globalen Lieferketten einzusetzen. Ein deutsches Lieferkettengesetz würde helfen, den Prozess auf europäischer Ebene voranzutreiben und aktiv mitzugestalten.

Arbeitsmaterialien und sonstige Impulse zum Lieferkettengesetz finden Sie auf unserer Homepage im "Download-Bereich".

Verfasser: Pressestelle Kolpingwerk Deutschland

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Längst überfällig - aber nur ein Anfang! 

Kolping zu den Werkverträgen in der Fleischindustrie

 

Durch die massenhafte Verbreitung des Corona-Virus in Betrieben der Fleischindustrie sind lange kritisierte Missstände in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Ausbrüche in den betroffenen Schlachtbetrieben beruhten maßgeblich auf den prekären Anstellungs- und Unterbringungsbedingungen von Mitarbeitenden.

Mit dem geplanten Gesetz zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten in der Fleischwirtschaft, das nach der Sommerpause im Bundestag zur Beratung kommt, wird nun gegen diesen längst fälligen Missstand vorgegangen. Denn zukünftig wird Inhabern von Fleischbetrieben die Einstellung von selbstständig Beschäftigten untersagt. Nicht nachvollziehbar ist allerdings eine gesetzlich vorgesehene Ausnahmeregelung, die Betriebe mit bis zu 49 Beschäftigten ausnimmt. Wünschenswert ist darüber hinaus eine kritische Prüfung weiterer Branchen, in denen Leiharbeit und Werkverträge Kernbestandteile von Produktion und Dienstleistung sind, wie zum Beispiel in der Saisonarbeit der Landwirtschaft.

Nach Überzeugung des Kolpingwerkes ist zudem eine flächendeckende tarifliche Regelung von Arbeitsbedingungen und Vergütung in der Fleischindustrie dringend notwendig. Dies muss Vorbildfunktion für die Ersetzung von Werkverträgen in anderen Bereichen haben. Hierzu erinnert das Kolpingwerk an einen Beschluss des Bundeshauptausschusses aus dem Jahr 2014 mit der Aufforderung an den Gesetzgeber, günstige Rahmenbedingungen zur Etablierung von Branchentarifverträgen zu schaffen. Diese sind und bleiben das beste Mittel gegen Dumpinglöhne und prekäre Beschäftigungsverhältnisse.

Im nun öffentlich gewordenen Fall der Missstände in der Fleischindustrie wird exemplarisch deutlich, dass der europäische Binnenmarkt eine Stärkung seiner sozialen Dimension benötigt. Dass insbesondere Mitarbeitende aus südosteuropäischen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union von diesen prekären Arbeitsbedingungen betroffen sind, offenbart einen negativen Aspekt des Binnenmarktes. Es bedarf einer europaweiten Regelung, auch um mögliche Ausweichreaktionen von Betrieben und Subunternehmen in andere Mitgliedsstaaten zu verhindern. Die Bundesregierung sollte hierzu ihre Möglichkeiten im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft nutzen und die dringend erforderlichen Impulse setzen.

Verfasser: Pressestelle Kolpingwerk Deutschland

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Ehrenvorsitzender im Gespräch mit Stephan Kroneder 

Seinen Antrittsbesuch machte Diözesanvorsitzender Stephan Kroneder bei Ehren-Diözesanvorsitzenden Dr. Klaus Rose in seinem Wohnhaus in Vilshofen. Dr. Rose wurde nach der Einführung des Vorsitzendenamtes 1970 als Diözesanvorsitzender gewählt und übte dieses Amt bis 1978 in einer schwierigen Phase des Diözesanverbandes aus. Danach gründete er das Kolping-Bildungswerk und leitete dieses über 40 Jahre als Vorsitzender.

 

In dem Gespräch erinnerte Dr. Rose an die unruhige Zeit im Diözesanverband, die durch oftmals personallose Zeit im Diözesanbüro gekennzeichnet war. Erst mit Geschäftsführer Josef Arweck gab es ab 1975 Kontinuität.

 

Aus diesem Grunde gab es sogar eine Diskussion auf Diözesanebene, ob wir nicht mit dem DV Regensburg fusionieren sollten. Eine schwierige Angelegenheit war auch der Verlust des Kolpinghauses in Passau, wo heute die IHK-Zentrale steht. Die Kolpingsfamilie als Eigentümer konnte den Haus-Betrieb nicht mehr stemmen und musste das Haus zur Weiterführung an die Diözese Passau übergeben, die es dann 1987 an die IHK verkaufte, weil zur damaligen Zeit kein Bedarf an Jugendwohnheimplätzen bestand. Trotzdem ist in den70ziger Jahren viel geschehen. Gerade in der politischen Bildung war Kolping ein Vorreiter und die Grundlagen für das 1978 gegründete eigene Kolping-Bildungswerk wurden gelegt.

 

Diözesanvorsitzender Kroneder seinerseits berichtete dem Ehren-Diözesanvorsitzenden über die ersten Initiativen, die er mit dem Diözesanvorstand gestartet habe. Die Bildungsarbeit, so Kroneder, sei ihm ein wertvolles Anliegen, das er gerne forcieren möchte. Dazu hofft er auch auf die Unterstützung von Dr. Rose.

Verfasser: HB

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Ein starkes Zeichen gesetzt 

Kolpingwerk begrüßt Aufnahme Geflüchteter aus Griechenland

Das Kolpingwerk Deutschland begrüßt, dass die Bundesregierung zusätzlich zu den bereits zugesagten 150 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten die Aufnahme von weiteren 1.553 anerkannten Geflüchteten von den griechischen Inseln angekündigt hat. Für jeden dieser knapp 1.700 Menschen ist das eine positive Nachricht. Gleichwohl wird so erneut aufgezeigt, dass ein europäischer Ansatz in der Migrationspolitik dringend geboten ist. Für die vielen Menschen, die weiterhin auf Lesbos unter menschenunwürdigen Bedingungen ausharren, muss eine humanitäre Lösung gefunden werden. Mit der hohen Bereitschaft vieler Städte und Gemeinden, Geflüchtete aus Lesbos aufzunehmen, setzt Deutschland ein starkes Zeichen und geht mutig als Vorbild für andere EU-Staaten voran.
Darüber hinaus muss die Europäische Union endlich eine den europäischen und christlichen Grundwerten entsprechende Antwort in der Flüchtlingspolitik finden. Das Kolpingwerk Deutschland erwartet, dass Deutschland während seiner EU-Ratspräsidentschaft noch mehr Verantwortung übernimmt als ohnehin schon und die Reform des "Gemeinsamen Europäischen Asylsystems" maßgeblich vorantreibt. Der für den 23.09.2020 angekündigte Vorschlag der Europäischen Kommission sollte langfristige Lösungen für eine gemeinsame solidarische und menschenwürdige Flüchtlingspolitik beinhalten.

Verfasser: Pressestelle Kolpingwerk Deutschland

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Mutter-Kind-Tage in Lambach 

Das Kolping-Bildungswerk führt in den Allerheiligen-Ferien vom 02. bis 04. November für Mütter mit schulpflichtigen Kindern ab 6 Jahren wieder Mutter-Kind-Tage zum Thema „GRIMMinelle Tage“ unter der Leitung von Ursula Bauer und Sabine Greineder (beide Vilshofen) durch. Die Mutter-Kind-Tage im Kolping-Familienhaus Lambach am Fuße des Ossers sollen die Mütter mit ihren Kindern stärken. Information und Anmeldung: Kolping-Bildungswerk, Tel.: (0851) 393-7361, Mail: kolping@bistum-passau.de.

Verfasser: HB

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Wunderbare Kloster-Pilgertour in Niederbayern 

Es war ein erster Aufbruch nach dem Corona-Lockdown wieder in die Arbeit einzusteigen. Unter der Leitung von Diplom-Theologin Sabine Greineder und Luis Blank (beide Vilshofen) wagten sich zwölf Teilnehmer auf eine geführte Pilger-Radl-Kloster-Tour durch Niederbayern.

 

Startpunkt war das Kloster Schweiklberg, wo die Teilnehmer nach einem Kennenlernen mit Wissenswertem zum Tour-Verlauf und den entsprechenden Stationen vertraut gemacht wurden. Eine Vesper in der Chor-Kapelle des Klosters rundete den Tagesablauf ab. Nach einer stärkenden Nacht im Gästehaus St. Benedikt und einer morgendlichen Messe in der Abteikirche ging es mit vielen Eindrücken über Schärding und Wernstein mit der spätgotischen Pfarrkirche in die Dreiflüssemetropole Passau.

 

Von dort war es noch ein kurzer Weg zur zweiten Station im Zisterzienserinnen-Kloster Thyrnau, wo die Pilgergruppe von der Äbtissin, Dr. Mechthild Bernart OCist., empfangen wurde. In eindrucksvoller Weise schilderte sie die Aufgaben des Klosters und wie das klösterliche Leben abläuft. Die Teilnehmer erhielten auch einen Einblick in die klösterlichen Arbeitsbereiche und waren insbesondere von der hohen handwerklichen Kunst in der Paramenten- und Fahnenwerkstatt angetan. Nach einer erbauenden Frühmesse in der Klosterkirche ging die weitere Pilgertour über das Museumsdorf Tittling und das KZ-Mahnmal Namering, wo den dort 1945 erschossenen Häftlingen gedacht wurde. Nach einer kurzen Rast in Hengersberg wurde das Kloster Niederalteich erreicht. Im Gästehaus St. Pirmin fand die Gruppe eine freundliche Aufnahme und abgeschlossen wurde der Tag mit einem Gebet am Donaukreuz. Nach einer morgendlichen Messe mit Abt Marianus in der Basilika ging es über den Donauradweg und den Vilsradweg zurück zum Kloster Schweiklberg.

 

Trotz Corona-bedingten Einschränkungen erlebten die Pilgerteilnehmer eine große Gemeinschaft und erfuhren viele spirituelle Impulse, die sie für den Alltag stärkten.

Verfasser: HB

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Verdiente Schulpädagogin kann nun den Ruhestand genießen 

Schulleiterin Sylvia Kufner nach 31 Jahren von der Adolph-Kolping-Schule verabschiedet

 

In Corona-Zeiten ist alles etwas anders. Eigentlich hätte Sylvia Kufner als langjährige Schulleiterin der staatlich anerkannten privaten Adolph-Kolping-Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung gebührend verabschiedet werden müssen, aber den Umständen geschuldet konnte dies nur im kleinen Kreis geschehen.

 

Kolping-Bildungswerk-Vorstand Harald Binder betonte, dass Sylvia Kufner seit Eröffnung der Schule 1989 als engagierte Lehrkraft mit dabei ist. 1992 übernahm sie dann die Funktion der stellvertretenden Schulleiterin ehe die von der Regierung abgeordnete Beamtin 2005 mit der Leitung der Schule betraut wurde. Sie haben, so der Vertreter des Schulträgers, nicht nur jungen Menschen Bildung vermittelt, sondern Orientierung und Halt in einer schwierigen Lebensphase gegeben. In Zusammenwirken mit den beiden Berufsbildungszentren der Kolpingsfamilie und des Kreis-Caritasverbandes richteten Sie gesamte Energie darauf, unsere Schüler ein Stück des Lebens zu begleiten und sie für die künftige Arbeitswelt zu formen.

 

Bei einer kleinen Abschiedsfeier im Kreise der Kolleginnen und Kollegen des Berufsbildungszentrums überreichte Einrichtungsleiter Gerald Mayr der scheidenden Schulleiterin ein von den Handwerksmeistern der Kolpingsfamilie angefertigtes Unikat als Dank und Anerkennung für die langjährige Zusammenarbeit. KF-Vorsitzender Karl-Heinz Barth würdigte die besondere Hingabe von Sylvia Kufner zu lernschwachen Schülern und betonte das enge Zusammenspiel zwischen Schule und Berufsbildungszentrum. Im Namen des Kolping-Bildungswerkes, dessen Beiratsmitglied Karl-Heinz Barth ist, überreichte er der künftigen Pensionistin eine kleine Aufmerksamkeit zum Entspannen und einen Gutschein von der Kolping-KurOase in Bad Wörishofen.

Verfasser: HB

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Bischof begrüßt neuen Kolping-Diözesanvorsitzenden 

Corona-bedingt konnte erst jetzt Bischof Dr. Stephan Oster SDB den im März neugewählten Diözesanvorsitzenden des Kolpingwerkes im Bistum Passau, Stephan Kroneder, in seinen Räumen zu einem Antrittsgespräch empfangen. Begleitet wurde er dabei von Diözesanpräses Peter Meister.

 

Diözesanvorsitzender Kroneder stellte sich dem Bischof mit seiner Vita vor. Als 39-jähriger Unternehmer ist er durch seine Eltern seit Kindestagen fest in der Kolping-Gemeinschaft verankert. Einige Jahre war er auch in der Kolpingjugend aktiv. Gemeinsam ist er mit seiner Frau Julia und den drei Kindern in der Kolpingsfamilie Vilshofen tätig. Durch seinen beruflichen Werdegang ist er sehr stark mit dem sozialen Bereich verbunden. Ein besonderes Augenmerk möchte der Diözesanvorsitzende auf Bildungsfragen legen und sieht dies als einen Tätigkeitsschwerpunkt seiner dreijährigen Amtsperiode.

 

Bischof Dr. Oster beglückwünschte Stephan Kroneder zu seiner ehrenamtlichen Aufgabe und verband damit auch den Dank für die fruchtbare Arbeit, die die Kolpingsfamilien im Bistum Passau leisten. Er wisse zu schätzen, dass gerade auch die Kolpingsfamilien für die Pfarreien ein wertvoller Partner und Unterstützer sind. Auch haben die Kolpingsfamilien eine nachhaltige religiöse Ausrichtung, wie Diözesanpräses Peter Meister betonte. Besprochen wurde auch der Wunsch des Diözesanpräses im Frühjahr 2021 nach 13-jähriger Tätigkeit als Diözesanpräses dieses Amt in jüngere Hände zu geben.

Verfasser: HB

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Deutsche EU-Ratspräsidentschaft muss ihre historische Chance ergreifen! 

Stellungnahme des Kolpingwerkes Deutschland

 

Am 1. Juli übernimmt die Bundesregierung die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union unter dem Motto „Gemeinsam. Europa wieder stark machen.“ Dies geschieht angesichts der Corona-Pandemie in einer historisch einmaligen Situation. Aus Sicht des Kolpingwerkes muss das kommende Halbjahr – auch angesichts der europaweiten Bekämpfung der Pandemie – zur Gestaltung der Zukunft Europas genutzt werden.

Die Eindämmung und Bekämpfung der Pandemie stellt für die Mitgliedsstaaten der EU eine historische Herausforderung dar. Nicht ohne Grund hat Bundeskanzlerin Angela Merkel daher kürzlich von der größten Herausforderung in der Geschichte der Europäischen Union gesprochen. Eng verbunden ist damit die Frage nach der finanziellen Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten. Denn vor allem die von der Pandemie stark betroffenen Staaten Italien und Spanien bedürfen großer Finanzmittel, um die Auswirkungen eines strikten und monatelangen Lockdowns ökonomisch aufzufangen.

In Deutschland und vielen anderen Mitgliedsstaaten zeichnet sich Zustimmung zu einem Wiederaufbaufonds ab, der bei der Rückkehr zu Wachstum und Beschäftigung helfen soll. Nun bedarf es aber auch eines schnellen Handelns. Denn wie bereits zur Euro-Krise 2011/12 befindet sich nicht nur die Erholung des Binnenmarktes, sondern auch die Stabilität des Euro in Gefahr. Deutschland wird bei den anstehenden Verhandlungen als Brückenbauer agieren und jene Staaten für einen breit angelegten Fonds gewinnen müssen, die derzeit noch erhebliche Vorbehalte haben.

Eine solide finanzielle Basis für das neue Jahrzehnt

Die Gespräche über einen Wiederaufbaufonds fallen mitten in die Verhandlungen über den Mittelfristigen Finanzrahmen der EU. Auch hier fällt der deutschen Ratspräsidentschaft eine besondere Verantwortung zu. Denn bislang ist eine Einigung aufgrund abweichender Ansichten zur Höhe des zukünftigen EU-Budgets von 2021 bis 2027 ausgeblieben. Eine solide finanzielle Basis ist jedoch unerlässlich, wenn die EU in Fragen von Klimapolitik und Digitalisierung greifbare Erfolge erzielen möchte.

Mit Blick auf eine Steigerung der nationalen Beiträge zum EU-Haushalt war auch Deutschland lange Zeit zögerlich. Doch angesichts der Pandemie und anderer großer Herausforderungen ist die Solidarität aller gefragt. Dies schließt auch die Bereitschaft zur Leistung höherer nationaler Beiträge sowie notwendige Reformen mit ein. Eine starke EU benötigt entsprechende finanzielle Mittel zum ökonomischen Wiederaufbau sowie für eine Strukturpolitik, die regionale Ungleichgewichte innerhalb der EU auch weiterhin ausgleicht. Diese Mittel sollten vor allem in Projekte zur Stärkung eines nachhaltigen und digital zukunftsfähigen Binnenmarktes fließen.

Keine Pause beim European Green Deal

Die Eindämmung der Pandemie und die Bekämpfung ihrer wirtschaftlichen Folgen wird ohne Zweifel das große Thema der deutschen Ratspräsidentschaft sein. Daneben dürfen bisherige Prioritäten jedoch nicht unter den Tisch fallen. Im Dezember letzten Jahres hat die Europäische Kommission ambitionierte Pläne für einen European Green Deal vorgelegt. Nun gilt es, den erforderlichen Mut für einen ökologischen Umbau der europäischen Volkswirtschaften aufzubringen.

Denn Umweltverschmutzung und Klimaveränderungen machen nicht vor nationalen Grenzen Halt. Insofern kommt der EU bei der Koordinierung europäischer Umweltpolitik – unter anderem durch die Initiierung eines europäischen Lieferkettengesetzes – eine entscheidende Rolle zu.

In einer Zeit, in der die Eindämmung der Pandemie weltweit erhebliche finanzielle und zeitliche Ressourcen einfordert, steht zu befürchten, dass der Bekämpfung des Klimawandels nur noch eine zweitrangige Rolle zukommt. Eine in der Klimapolitik geeinte EU kann diesem Trend entgegenwirken, indem sie mit gutem Beispiel vorangeht und bei zukünftigen internationalen Verhandlungen eine Vorreiterrolle einnimmt. Dazu gehört, das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 verbindlich für alle Mitgliedsstaaten festzuschreiben. Hier muss  Deutschland wichtige Akzente setzen.

Europas Rolle in der Welt

Neben den Herausforderungen im Inneren muss die deutsche Ratspräsidentschaft auch um den Zusammenhalt Europas nach außen bemüht sein. Vor allem mit Blick auf das künftige Verhältnis zum Vereinigten Königreich zeichnen sich bislang keine greifbaren Lösungen ab. Es wird ein politischer Spagat nötig sein, um Großbritannien weiterhin eng als Partner an die EU zu binden und zugleich ein Abkommen zu vermeiden, das die Grundfreiheiten des europäischen Binnenmarktes aushöhlen könnte. Bei aller Verbundenheit mit dem ehemaligen Mitgliedsland Großbritannien muss die Einheit der EU Vorrang haben.

Auch in internationalen Fragen muss die Bundesregierung gemeinsam mit den Präsidenten der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates, Ursula von der Leyen und Charles Michel, eng zusammenarbeiten. Das Kolpingwerk erinnert an die Worte der Bundeskanzlerin, die kürzlich auf die Wichtigkeit hinwies, Europas Rolle als internationalen Stabilitätsanker zu stärken. Es ist ein verstärktes gemeinsames Handeln zur Bekämpfung von Fluchtursachen notwendig, um Perspektiven vor Ort zu schaffen. Ebenso muss das Gemeinsame Europäische Asylsystem für die Verteilung und Unterbringung Geflüchteter reformiert werden.

Ein Fahrplan für die Zukunft der Europäischen Union

Die Einrichtung eines Wiederaufbaufonds, die Einigung auf einen Mittelfristigen Finanzrahmen, die Umsetzung des European Green Deal sowie Europas Rolle in der Welt – in besonderer Weise auch im Spannungsfeld zwischen den USA und der Volksrepublik China – sind die großen Herausforderungen, welche die EU jetzt und in der Zukunft beschäftigen. Unbestritten ist die EU häufig nicht so sprach- und reaktionsfähig, wie sich dies ihre Gründer gewünscht haben. Die Vielzahl an Herausforderungen, denen die Mitgliedsstaaten der EU gegenüberstehen, unterstreicht jedoch, wie wichtig gemeinsames Handeln ist. Nationalistisches Denken und Abschottung müssen der Vergangenheit angehören.

Das Kolpingwerk ermutigt die Bundeskanzlerin und ihre Bundesregierung daher zu entschlossenem Handeln, um gemeinsam mit den europäischen Partnern einen Fahrplan für die Zukunft der Europäischen Union zu entwerfen. Mit Deutschland übernimmt eines der einflussreichsten Länder die Ratspräsidentschaft der EU. Dank ihrer Erfahrung und ihres Ansehens eröffnet sich für Bundeskanzlerin Angela Merkel eine historische Chance, in den kommenden Monaten nachhaltige Impulse für die Weiterentwicklung der Europäischen Union zu setzen. Diese Chance sollte nicht ungenutzt bleiben. In Zeiten einer Pandemie hat Europa viel zu verlieren. Es kann mit kluger Führung aber auch gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Dies könnte die Blaupause sein für einen Aufbruch in eine neue Zeit.


Der Bundesvorstand
Köln, den 28. Juni 2020

Verfasser: HB

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